Mitten im Nichts

Eigentlich fehlten damals nur noch die Steppenläufer, um die die Einsamkeit am Berliner Hauptbahnhof zu unterstreichen. Vielleicht noch ein paar Takte eines Songs von Ennio Morricone, perfekt. Wie ein Solitär stand der heute vor genau 10 Jahren eröffnete Berliner Hauptbahnhof im Nichts. Rechtzeitig zur WM war er fertig geworden, unvergessen das spektakuläre runterklappen der Bügelbauten. Das große Feuerwerk zur Eröffnung mit tausenden, feiernden Menschen. Berlin hatte wieder einen echten Hauptbahnhof.

Heute stehen die Hotels und Bürobauten bereits so dicht um den Bahnhof, dass man ihn aus mancher Sichtachse kaum noch sehen kann. Vergessen inzwischen die Nörgeleien über den unfertigen Bahnhof, die fehlenden Anbindungen und herunterfallende Bauteile nach einem Orkan. Der Hauptbahnhof pulsiert, auf zwei Ebenen fahren die Züge fast im Minutentakt, dazwischen täglich tausende Reisende auf Rolltreppen und Bahnsteigen. Gesteuert von einem unsichtbaren Dirigenten.

Herzlichen Glückwunsch lieber Hauptbahnhof, wir sehen uns auf deiner Geburtstagsfeier am Samstag.

Farewell Prins Joachim

Als die Prins Joachim 1980 in Dänemark ihren Dienst als Fähre auf dem „Großen Belt“ aufnahm, saß ich als junger Eisenbahner in Frankfurt und fertigte die S-Bahnen ab. An eine Fährfahrt zwischen Rostock und Gedser war damals nicht zu denken, lag der Rostocker Hafen doch bekanntlich tief im „Feindesland“. Und doch sind wir viel später, 2005, mit dem Wohnmobil übergesetzt und haben am Ende das Nordkap erreicht. Deutschland war schon lange wieder eins und ein großer Teil der Ostsee gehörte dazu. Farewell Prins Joachim weiterlesen

Sandrobbe

Ich hatte es ja in einem vorherigen Beitrag schon erwähnt, ich war zu Besuch bei den Kegelrobben und Seehunde auf der Helgoländer Düne. Wir waren dort mit einer „Rangerin“ die uns vor dem Spaziergang noch mal eindringlich die 30 Meter Regel ans Herz legte. Das ist der Abstand den die Menschen zu den Tieren einhalten sollen. Sandrobbe weiterlesen

Schnäbeln

Wer sich ein wenig Zeit nimmt und die Basstölpelkolonie am Helgoländer Lummenfelsen beobachtet, wird feststellen, wie innig die Pärchen miteinander umgehen. Da wird gekäckert und geschnäbelt, dass es nur so eine Freude ist. Laut dem Vogelkundler vor Ort, sind die Basstölpel in der Regel treu und bleiben ein Leben lang zusammen. Das können auch durchaus mal 30 Jahre sein. Mir wär das ja alles viel zu laut und zu eng. Aber Helgoland hat noch viele Felsen mit freien „Wohnungen“, es muss nur jemand den ersten Sprung machen.

Lummenland

Heute waren wir Kegelrobben und Seehunde auf der Helgoländer Düne besuchen. War aber weniger spektakulär als gedacht. Das Pack liegt nämlich breit und dösig auf dem Nordstrand (Robben) oder Südstrand (Seehunde) und ist nicht besonders willig für die interessierten Touristen ein wenig Animation zu bieten. Das höchste der Gefühle ist mal ein Heben der Flosse, um sich damit am Bauch zu kratzen.

Näher als 30 Meter darf man – aus Eigenschutz – auch nicht ran, um ein bißchen Stimmung in die Bude zu bringen. Kegelrobben haben nämlich ein ausgezeichnetes Gebiss, mit dem sie notfalls kräftig zubeißen können, falls sie sich bedrängt fühlen. Und schnell sind sie auch. So hab ich mich nach der Düne wieder den Basstölpeln auf dem Lummenfelsen gewidmet. Da kommt man dicht ran und muss auch keine Angst haben gebissen zu werden. Die sitzen brav auf ihren Nestern und brüten und turteln allerliebst.

Heute ist auch der letzte Tag unserer Wattenmeer Mini-Kreuzfahrt. Die Nacht geht es nach Bremerhaven, morgen früh dann mit dem Zug zurück nach Berlin. Wir hatten wieder mal super Glück mit dem Wetter. Fünf Tage lang schien die perfekte Sonne vom Himmel, die Nordsee zeigte sich von ihrer besten Seite und die Cocktails aus der Hansebar, am Heck der MS Astor, trugen zu unserer völligen Entspannung bei. Besser geht Urlaub nicht.

Bilder und Geschichten aus Berlin und der Welt

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