Mittelpunkt der Erde

Als die ersten Menschen vor rund 60.000 Jahren Afrika in Richtung Europa verließen, begann in einer riesigen Höhle in Frankreich ein Stalagmit zu wachsen. Ganz gemählich, ein paar Zentimeter pro Jahrhundert. Nur nicht hetzen lassen. Zeit ist relativ. Vor allen Dingen für die Natur. Die erschuf in diesen sechzig Jahrtausenden das, vor dem wir heute staunend stehen. 30 Meter hoch ist der höchste der etwa 400 Tellerstapelstalagmiten, eine besondere Art der Stalagmiten, heute und er braucht noch weitere 20.000 Jahre, um die Decke der rund 45 Meter hohen und etwa 60 Meter breiten Tropfsteinhöhle „Aven Armand“ zu erreichen.

Mit Jules Verne und seiner Geschichte von der „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ beginnt unsere Führung durch die riesige Höhle. In immer neuen Farben präsentiert sich der „Forêt Vierge“ der „unberührbare Wald“ mit seinen wunderlichen Stalagmiten, die manchmal wie Bäume aussehen, oder wie ein großer Schichtkuchen, ein andersmal wie Medusen aus der Wand herausragen, ein fantastisches Szenario. Erschlossen wurde die Höhle 1897 vom Schlosser Louis Armand über einen oberirdischen Schacht auf der Hochebene Méjean in den Midi-Pyrénées. Heute fährt man bequem mit einer Standseilbahn 60 Meter hinab in die Höhle, wo die 45-minütige Tour beginnt. Wer dort einmal vorbeikommt, sollte sich dieses Wunder nicht entgehen lassen.

Carcassonne

Da wir spät dran sind – wir mussten unser Gefährt noch bei guten Fuhrleuten unterstellen – ist der Weg weitgehend frei von Marketendern, Pilgern und Bettlern die mit uns in die mittelalterliche Stadt Carcassonne strömen. Die Wache, die in der mittäglichen Sonne an der „Port d’Aude“ schwitzt, lässt uns problemlos passieren. Wir wenden uns über die „Rue de la Porte d’Aude“ dem Marktplatz zu und sind erstaunt über die vielen kleinen Kaschemmen und Marketendereien. Viel Tinnef und Tand zur Erbauung der Besucher wird hier angeboten. Gaukler und Taschendiebe sind  unterwegs, lassen uns aber in Ruhe.

Tuchmacher, Töpfereien und Kunsthandwerker bieten ebenfalls ihre Waren feil. Wir bestaunen das bunte Treiben in der kleinen Stadt, kaufen regionale Wurstwaren, trinken für vier Sous zwei Kaffee in einer kleinen Pinte und spenden zum Abschluss in der „Basilika St-Nazaire“ zwei Kerzen für einen Livre zu unserer seelischen Erbauung. Da wir das quirlige Stadtleben nicht so gewohnt sind, begeben wir uns nun über die alte Brücke und die „Bastide St. Louis“ zurück zu unserem Gespann und lassen das Erlebte bei einem Vin und einem Bière nachwirken.

Gelbe Engel

Nach zwei Tagen Zwangsrast im spanischen Bera, sind wir heute in Lourdes angekommen und haben gleich erstmal eine Kerze gestiftet.

Was ist passiert? Auf unserer Frankreichtour hat am Montagmittag unser Wohnmobil auf einer kleinen Passhöhe in den spanischen Pyrenäen mit einem „Schepper, Dengel, Örks“ seinen Willen zur Weiterfahrt verweigert. Mein kurzer, unfachmännischer Blick in den Motorraum zeigt eine locker, pendelnde Schwungscheibe, die nur noch von den Keilriemen gehalten wird. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken.  Gelbe Engel weiterlesen

Fantastillionen Sandkörner

Sand, nichts als Sand, soweit das Auge reicht. Ab und an glaubt man in der flimmernden Hitze Kamele über den Kamm ziehen zu sehen, aber dann sind es doch nur einsame Gestalten, langsam ausschreitend auf der Suche nach der nächsten Oase.

Okay, das war jetzt leicht übertrieben, aber mit 135 Hektar Fläche, geschätzten 60 Millionen Kubikmetern Sand, fast drei Kilometern Länge und einer Höhe von 120 Metern ist sie schon ein imposanter Sandhaufen, die „Dune du Pyla“ in der Bucht von Arcachon. Von der Meerseite steigt sie relativ leicht an, zum Wald hingegen fällt sie mit 40% extrem steil ab. Durch die Thermik ist sie auch ein Eldorado für Paraglider.

Paraglider im Sonnenuntergang - Foto: h|b
Paraglider im Sonnenuntergang – Foto: h|b

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