Archiv der Kategorie: Stadtleben

Ausblicke

Nach längerer Abwesenheit waren wir wieder mal am Müggelturm. In Komoot, der NaviApp für Radler und Fußgänger, eine schöne Strecke erstellt und mit den Pedelecs gemütlich auf den Weg gemacht. Der erste Teil durch Friedrichshain und Lichtenberg ist eher nicht so spannend, aber dann kann man lange durch die Wuhlheide fahren. Viel Wald, unterbrochen von Schienen der Pioniereisenbahn, vorbei an der Kindl-Bühne, durch Köpenick, danach wieder Wald, insgesamt eine ganz angenehme Strecke.

Blick vom Müggelturm auf Berlin
Blick nach Berlin – Foto: h|b

Den steilen Anstieg zum Müggelturm schaffen wir locker im Sitzen in der Stellung „Sport“, alle anderen müssen schieben. Die Restauration verdient endlich wieder ihren Namen. Nach jahrelangem „Kiosk mit Würstchen“, gibt es wieder Kaffee und Kuchen, frische Waffeln, Reibekuchen mit Apfelmus, und vieles mehr. Sehr schön geworden. Lohnt sich wieder als Ausflugsziel. Der Aufstieg auf den Müggelturm kostet 2€, der Ausblick bei schönem Wetter: Unbezahlbar

Auf dem Rückweg vorbei am Teufelssee, den Biergarten Rübezahl direkt am Ufer des Müggelsee (auch wieder sehr schön aufgebaut) lassen wir liegen, schleppen die Räder durch den Spreetunnel und dann geht es wieder zurück nach Friedrichshain. Ein schöne Tour für einen schönen Sommertag.

Schiff ahoi

Das Wassersportzentrum in Berlin hatte in Facebook zum „Start Boating“ aufgerufen und ich fand das ne gute Idee, mal eine andere Art von Straße als die mit Teer auszuprobieren, auf der wir mit dem Wohnmobil sonst so unterwegs sind: Eine Wasserstraße. Um kurz nach eins legte die „Finchen“ ab, ein ca. 12 Meter langes Hausboot der Kormoranklasse und wir steuerten erstmal kurz Spreeabwärts. Die beiden „Kapitäne“ erzählten ein wenig über das „Flusswandern“, das macht man nämlich mit so einem Hausboot, und dann durften die Gäste ans Ruder. Schiff ahoi weiterlesen

Heidi und HUDO

Wir sind ja auch viel unterwegs, aber gegen das, was Heidi Hetzer mit ihrem HUDO, einem 1930er Hudson Super 8, in zweieinhalb Jahren mit inzwischen stolzen 79 Jahren geleistet hat, sind wir doch Waisenkinder. Mehr als 80.000 Kilometer hat sie auf Ihrer Weltreise mit der heutigen Ankunft in Berlin mit Hudo zurückgelegt, mit einer Maximalgeschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde. Unvorstellbare 17 Liter verbraucht das Monstrum – von dem es weltweit nur noch 5 Exemplare gibt – auf 100 km und Ersatzteile müssen meist erst hergestellt, oder bei Sammlern angefragt werden. Ihre Motivation? Nicht etwa einen Rekord aufstellen, nein, sie wollte nach ihrer erreichten Rente einfach die Welt sehen. Warum nicht mit einem Auto. So wie vor genau 90 Jahren, als Clärenore Stinnes als erster Mensch die Erde im Auto umrundete. Heidi und HUDO weiterlesen

Tequilawolke

Im Rahmen der ITB findet man auf dem RAW Gelände in Berlin Friedrichshain eine hochprozentige Kunstinstallation. Mexiko hat in der „Urban Spree Gallery“ eine Wolkeninstallation – stilecht sogar mit Gewitter – geschaffen, aus der es echten Tequila regnet. Man hält seinen Becher einfach unter die Wolke und mit etwas Geduld setzt sich der Tequila Nebel im Glas ab. Für alle die nicht so lange warten wollen, gibt es einen kleinen Zapfhahn. Der Eintritt ist frei, Tequila gibt es noch bis morgen Abend. ¡a vuestra salud!

Es regnet Teqila – Foto: h|b

Sammeln Sie Herzen?

Seit 16 Jahren ist es „unser“ Einkaufsmarkt im Kiez, Kaisers an der Warschauer Strasse, Ecke Revaler in Friedrichshain, der „Party-Kaisers“. Seit einigen Jahren kann man hier sogar 6 Tage die Woche rund um die Uhr einkaufen. Würde man irgendwann mal nachts um zwei Uhr wach und hätte dringende Gelüste auf Erdbeeren mit Sahne, oder Pfannkuchen mit Apfelbrei, bei Kaisers würde man in beiden Fällen fündig. Man stünde dann zwar in der Kassenreihe mit Leuten die in der Regel auf dem Weg zur nächsten Party Alkohol auf das Band legen, aber was soll’s.

Konnte man allerdings früher noch ein paar Worte mit der nach vielen Einkäufen  bekannten Kassiererin wechseln, sind es inzwischen überwiegend studentische Hilfskräfte, die an der Kaisers-Kasse ihre Eigene aufbessern. Die obligatorische Frage „Sammeln Sie Herzen?“ wurde inzwischen durch „Brauchen Sie den Bon?“ abgelöst.

Nun ist es vorbei, aus Kaisers wird REWE. Wir hätten auch einen Edeka abbekommen können, aber nach der Übernahmeschlacht der beiden großen Discounter wurde brüderlich oder schwesterlich geteilt und wir bekommen REWE. Diesen Samstag um 18 Uhr schließen die Kaisers-Türen, um am kommenden Dienstag als REWE-Türen wieder zu öffnen. Tschüss Herr Kaiser, war ne schöne Zeit.