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Lust auf mehr Europa

Heute war zum Thema Europa ein Artikel im Tagesspiegel, der beschrieb, wie sich das Reisen Ende der 60er Jahre in Europa darstellte. Ohne Internet und gemeinsame Währung, dafür mit Grenzen und telegrafischen Geldanweisungen, Geldautomaten waren auch noch nicht erfunden. Wieviel einfacher ist es doch heute geworden, gerade für uns, die wir mit dem Wohnmobil kreuz und quer durch Europa fahren. Aber auch für junge Leute, die am Erasmusprogramm teilnehmen, mit Interrail Europa und deren Bewohner und Bewohnerinnen kennenlernen und sich vielleicht verlieben, oder für junge arbeitslose Spanier die in einem anderen europäischen Land arbeiten möchten. Die Europäische Union macht es möglich.

Diese Art Freizügigkeit gefällt nicht jedem und so wird leider versucht das Rad wieder zurückzudrehen und Nationalismus wieder für das Maß der Dinge zu erklären. Grenzen dicht, eigene Währung, Stolz aufs Vaterland, Country first (Beliebiges Land einsetzen). Ich kann damit ehrlich gesagt nichts anfangen. Ich bin überzeugter Europäer und ein Fan eines großen und einigen Europas, trotz aller – politischen – Unzulänglichkeiten, die einen sicher oft verzweifeln lassen. Aber es geht um die Idee, das große Ganze. Daher ist es auch wichtig Flagge zu zeigen und stolz auf das Erreichte zu sein, was heute vor 60 Jahren – aller Widrigkeiten zum Trotz – seinen Anfang nahm. Nicht einfach den Miesepetern den öffentlichen Raum überlassen, sondern ihn selbst besetzen: #pulsofeurope

Funchal

Nach einem Seetag sind wir heute Nacht, von Gran Canaria kommend, mit der „Mein Schiff 2“ auf der Blumeninsel Madeira eingetroffen. Gebucht haben wir eine Inselrundfahrt mit dem Bus. Bei herrlichem Wetter, voller Sonne und 22 Grad sind wir über nicht endend wollende Serpentinen bis in höchste Höhen geklettert, bevor wir wieder ebenso viele Serpentinen zum Atlantik hinunter gekurvt sind. Dort war eine Dünung wie ich sie noch nie gesehen habe. Lässt sich auf einem 2-D Bild kaum wiedergeben. Atemberaubend. Jetzt sitzen wir beim Abendcocktail auf der Außenalsterbar, mit Blick auf die abendliche Altstadt von Funchal. 

Kalte Hände

Es ist ein trüber und eiskalter Sonntag im Januar. Leise schweben sphärische Klänge unterhalb des alten Leuchtturms über die Promenade von Warnemünde. Die zahlreichen Flaneure – dick vermummt – ziehen langsam an dem einsamen Pianospieler vorbei. Seine Finger fliegen über die Tasten, um immer neue Töne zu finden. Viele bleiben mit einem Lächeln kurz stehen, seine Schale ist bereits gut gefüllt mit Kleingeld aller Art. Mir fallen schon fast die Finger ab, um das Foto zu machen, wie macht er das nur? Hält die Magie der Musik seine Hände warm? Wie auch immer, danke dafür.

Strandhafer

Wie wichtig die Befestigung der Dünen am Warnemünder Strand sind, hat sich vor 14 Tagen gezeigt, als die Ostsee wider Erwarten, statt 1.20 stolze 2 Meter anstieg. Der wirklich große Strand war bis zu den Dünen mit Wasser gefüllt. Der Strandhafer ist einer der Garanten dafür, das der Sand sich verfestigt und auch bei starkem Wind oder Sturm nicht verweht wird. An der Nordsee ist das so wichtig, dass es bei Strafe verboten ist, solche Bereiche zu betreten. Ganz so streng ist es hier nicht, allerdings verhält sich die Ostsee, von einigen Wetterphänomenen abgesehen, auch nicht ganz so wild wie die rauere Nordsee. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Nebulös

Moin, Moin, bei unserem 8. Besuch im a-ja in Warnemünde haben wir endlich mal eins der Zimmer bekommen, auf die wir immer schon spekuliert haben: Ganz vorne zum Strand, mit Blick nach Osten auf die beiden Leuchttürme. Noch nicht ganz oben, aber immerhin 6. Stock. Den dritten Leuchtturn, den Alten, verdeckt das Neptun. Leider ist es heute neblig und aktuell auch schon wieder dunkel, wir sehen also nur noch das grüne und das rote Leuchtfeuer. Gleich gibts den Begrüßungsprosecco (neu) und dann müssten auch bald unsere Freunde aus Frankfurt eintreffen. Morgen gibts dann das weibliche Geburtstagsdoppel, zusammen 113 Jahre alt. Let’s party.